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Heudorf droht eine Explosion der Kosten

Laut Gutachten soll der Gemeindesaal Heudorf 280000 Euro mehr kosten als geplant
Zeitungsartikel aus der Schwäbischen Zeitung vom 19.05.2014 - Nach Informationen der Schwäbischen Zeitung sollen die Kosten für Umbau und Sanierung des Gemeindesaals Heudorf rund 280000 Euro höher ausfallen als ursprünglich geplant. Das habe die Baukostenkontrolle des Meßkircher Architekturbüros Mauch und Offner ergeben. Bürgermeister Arne Zwick hat beschlossen, die Ergebnisse des Gutachtens heute Abend in einer nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung zu diskutieren. Auf Nachfrage äußert er sich zu den Zahlen nicht. Er könne die Kostenexplosion so nicht bestätigen, sagt er. Man könne noch nicht von Zahlen reden, sondern es handle sich vielmehr um Einschätzungen, aus denen jetzt die richtigen Schlüsse gezogen werden müssten.

Architekt Manfred Fetscher aus Illmensee hatte insgesamt 1,4 Millionen Euro veranschlagt, um das Projekt in dem Ortsteil mit 330 Einwohnern zu realisieren. Der Betrag setzt sich aus rund einer Million Euro reiner Baukosten, 190000 Euro Honorarkosten und Mehrwertsteuer zusammen, hieß es auf einer Informationsveranstaltung Mitte Februar. Anfangs hatte Architekt Fetscher mit 1,8 Millionen Euro geplant. Diese Summe stieß im Gemeinderat auf Widerstand, das Gremium wollte nur eine Million Euro ausgeben. Der Architekt legte den zweiten, um 400000 Euro günstigeren Kostenvoranschlag auf den Tisch. Schließlich gaben die Räte grünes Licht.

CDU schlug das Kostencontrolling vor

Im Februar 2014 entschied der Gemeinderat auf Antrag der CDU-Fraktion, eine Firma mit dem Baukosten-Controlling zu betrauen, damit die 1,4 Millionen Euro nicht überschritten werden.
Das Büro Mauch und Offner überprüfte die veranschlagten Gewerke. Nun muss geklärt werden, wodurch diese große Abweichung von fast 300000 Euro im Vergleich zu Fetschers Berechnung zustande kommt – und wie die Kosten reduziert werden können. Wie der SZ bekannt ist, soll in der Sitzung heute Abend ein Vertreter des Architekturbüros Fetscher anwesend sein. Zwick verteidigt seine Entscheidung, den Gemeinderat erst nicht öffentlich zu informieren. Es müssten die Interessen des Architekten geschützt werden, deshalb könne das Thema nicht gleich öffentlich diskutiert werden.

Anders als bei der Vergabe von Handwerkstätigkeiten darf eine Kommune planerische Ingenieurleistungen wie die in Heudorf nicht öffentlich ausschreiben – dies untersagt die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Ein Vergleich von mehreren Kostenvoranschlägen verschiedener Architekten für den Umbau des Gemeindesaals war daher nicht möglich. Das Honorar des Architekten orientiert sich prozentual an den reinen Baukosten. Dass die Sanierung des Gemeindesaals insgesamt auf den Prüfstein gestellt wird, damit rechnet Zwick nicht. „Das Projekt steht nicht zur Diskussion.“ Die Stadtverwaltung steht zu dem Grundsatzbeschluss, dass jeder Ortsteil sein eigenes Dorfgemeinschaftshaus haben soll. Mit Heudorf werde die Reihe der Sanierungen abgeschlossen.

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